WIEDER FOTOFINISH IN SPIELBERG: GRONECK HOLT ZWEITEN SIEG IN FOLGE

Erneut entscheidet weniger als ein Wimpernschlag über den Sieg beim ADAC Tourenwagen Junior Cup auf dem Red Bull Ring. Moritz Groneck (H&R Das Juniorteam! - PT Sports by Up2race) setzt sich auf der Strecke hauchdünn gegen Alex Mohr (TOPCAR sport) durch. Eine Strafe kostet Mohr allerdings den Podestplatz.

Die Zuschauer beim ADAC Racing Weekend in Spielberg bekamen wieder einmal beste Unterhaltung geboten, als die Juniorinnen und Junioren in ihren mit nachhaltigem eFuel Racing 98 betriebenen VW up! GTI eine spektakuläre Show ablieferten. An der Spitze feierte Moritz Groneck den zweiten Saisonsieg in Folge.

Zwar kreuzte er die Ziellinie nach einem dramatischen Windschattenduell nur winzige 0,021 Sekunden vor seinem Dauerrivalen Alex Mohr, doch Letzterer verlor wegen des wiederholten Überschreitens der Track Limits nachträglich seinen Podestplatz, sodass der offizielle Vorsprung Gronecks auf den neuen Zweitplatzierten Noah Beckmann (Georg Motorsport) 2,592 Sekunden beträgt.

Safety-Car-Phase nach Startrunde
Groneck und Mohr bestimmten das Geschehen von Anfang an. Groneck hatte sich die Pole Position gesichert, Tabellenführer Mohr lauerte direkt daneben. Der Tabellenführer verlor beim Start zunächst eine Position an Linus Parbel (KONRAD-Motorsport), holte sich den zweiten Rang in Kurve 3 aber sofort wieder zurück.

Nur eine Kurve später übernahm Mohr sogar die Führung - wenn auch eher unfreiwillig: Beim harten Anbremsen von Kurve 4 brach ihm das Heck aus, das er gekonnt wieder abfing und dabei eher als unbeabsichtigte Konsequenz auf der Innenbahn an Groneck vorbeizog. Den unkonventionell gewonnen Spitzenplatz behauptete er auf eindrucksvolle Weise beim Sprint in die nächste Kurve.

Kurze Zeit später neutralisierte das Safety-Car das Rennen, nachdem Lynn Neuhaus (TOPCAR sport) und Robin Böhm (Georg Motorsport) kollidiert waren, was für die Schweizerin das vorzeitige Aus bedeutete.

Erst das Fotofinish, dann die Strafe
Nach dem Restart fackelte Groneck nicht lange und holte sich in Kurve 3 die Führung von Mohr zurück. Abschütteln ließ sich der Hockenheim-Doppelsieger jedoch nicht; Mohr attackierte unentwegt, biss sich am Führenden aber die Zähne aus. Im Zuge dieses intensiven Schlagabtauschs verließ Mohr die Rennstrecke einmal zu oft und fing sich eine Drei-Sekunden-Zeitstrafe ein.

Ungeachtet dessen kam es auf dem Zielstrich zu einem sensationellen Fotofinish, bei dem Groneck den Sieg mit 0,021 Sekunden Vorsprung ins Ziel rettete - noch einmal drei Tausendstelsekunden enger als das denkwürdige Finish zwischen Mike Müller und Julian Konrad im Vorjahr. Durch das Strafmaß rutschte Mohr im offiziellen Klassement bis auf den vierten Rang zurück.

Aufholjagten von Beckmann und Wollnik
Die Zeitstrafe spülte die Akteure des packenden Kampfes um Platz drei weiter nach vorne. Beim Restart lag dieser Rang zunächst in den Händen von Parbel. Von Startplatz sieben aus stürmte jedoch Finn Niklas Wollnik (Georg Motorsport) heran, der sich gewohnt spektakulär - manchmal mit zwei Rädern im Gras - durch das Feld pflügte und schließlich an Parbel vorbeizog.

Das wollte der Nürburgring-Samstagssieger nicht auf sich sitzen lassen und setzte eine Runde später in Kurve 4 zum Gegenangriff an. Das Manöver gelang nicht: Parbel geriet mit zwei Rädern ins Kiesbett und musste seinen 150 PS starken Boliden artistisch abfangen.

Nutznießer war Noah Beckmann, der sich von Startplatz zehn kontinuierlich nach vorne gearbeitet hatte. Kurz vor dem Ende des Rennens attackierte der mehrfache Kartmeister auch noch seinen Teamkollegen Wollnik und setzte sich in einem sehenswerten Zweikampf über drei Kurven hinweg durch. Beckmann kreuzte die Linie als Dritter, was durch die Strafe gegen Mohr im offiziellen Ergebnis den zweiten Platz bedeutete. Wollnik erbte den verbliebenen Podestrang.

Wilde Kämpfe im Mittelfeld
Hinter Mohr verbuchte Parbel den fünften Rang, dicht gefolgt von Matti Klasen (KONRAD-Motorsport). Dahinter balgte sich eine Verfolgergruppe um die Positionen, die den Fans mit packenden Szenen und zeitweise drei Autos nebeneinander in den Kurven packenden Tourenwagensport lieferte.

Hier überquerte Mattis Bachnick (drive.solutions) zwar vor Ben Henschel (Georg Motorsport) die Ziellinie. Da Bachnick wegen zu frühen Ausscherens aus der Formation beim Start ebenfalls eine Drei-Sekunden-Strafe erhielt, wurden die Plätze getauscht: Henschel wurde als Siebter gewertet, Bachnick als Achter. Die letzten Meisterschaftspunkte gingen an Mika Delkus (KONRAD-Motorsport), der nach einem Ausritt ins Kiesbett Boden verloren hatte, sowie an Luca Treusch (Tuma Motorsport).

Der Highspeed-Sommer in der Steiermark geht direkt am Sonntag weiter. Ab 11:30 Uhr kämpfen die Talente im zweiten Qualifying um die Startplätze für das Sonntagsrennen, das um 16:00 Uhr freigegeben wird. Beide Sessions werden wie gewohnt im offiziellen Livestream auf dem YouTube-Kanal von ADAC Motorsport übertragen.