Die Titelkandidaten im Fokus: Mit zwei „Grand Slams“ im Rücken und nur zehn Punkten Rückstand auf die Spitze reist Moritz Groneck zum großen Saisonfinale auf den Nürburgring. Dabei schien die Meisterschaft zwischenzeitlich schon in weite Ferne gerückt.
Der Mann der Stunde im ADAC Tourenwagen Junior Cup heißt Moritz Groneck. Der 15-Jährige aus Melle erlebte eine beeindruckende zweite Saisonhälfte und brannte ein historisches Feuerwerk ab: Sowohl auf dem Red Bull Ring als auch zuletzt auf dem Salzburgring holte er sich mit jeweils zwei Pole-Positions und zwei Rennsiegen die maximale Ausbeute von 52 Zählern. Ein solch perfektes Wochenende gleich zweimal in einer Saison zu schaffen, gelang vor ihm noch keinem Piloten in der Cup-Geschichte.
Mit dem neuen Allzeit-Rundenrekord für den VW up! GTI im Gepäck reist der Pilot von H&R Das Juniorteam! – PT Sports by Up2race als Drittplatzierter mit 137 Punkten in die Eifel – und hat den Titel bei nur zehn Zählern Rückstand nun wieder komplett aus eigener Kraft vor Augen.
Und das, obwohl er aus diversen Gründen aus den ersten drei Saisonrennen nur einen einzigen Punkt mitgenommen hat und in der Motorsport Arena Oschersleben ein weiteres schweres Wochenende erlebte. Doch jedes Mal kämpfte er sich mit rohem Speed zurück. Diese Kämpferqualitäten sollten ihm im Titelkampf zugute kommen.
Frage: "Blicken wir zurück auf die bisherige Saison: Was war Dein persönliches Highlight 2026?"
Moritz Groneck: "Mein persönliches Highlight waren ganz klar die beiden Rennwochenenden in Österreich, an denen ich jeweils den Grand Slam geschafft habe. Zudem auf dem Salzburgring auch noch meinen eigenen Rundenrekord aus dem Vorjahr geknackt zu haben, war natürlich genial."
Frage: "Die Abstände an der Spitze sind so eng, dass die Top 3 den Titel aus eigener Kraft holen können. Wie geht man mental in so ein Wochenende – rechnet man im Cockpit mit?"
Groneck: "Natürlich kennt man die Tabellenstände und weiß ganz genau, wie eng es da vorne zugeht. Aber wir werden das Finalwochenende am Nürburgring genauso angehen wie jedes andere Event auch: kühlen Kopf bewahren und einfach das Maximum herausholen."
Frage: "Wie schmal ist am Finalwochenende der Grat zwischen kompromisslosem Angriff und klugem Risikomanagement?"
Groneck: "Extrem schmal. Natürlich will ich beide Rennen gewinnen, aber man darf in keiner Sekunde vergessen, dass es um den Gesamtsieg in der Meisterschaft geht. Ich werde unnötiges Risiko vermeiden – allerdings werde ich mich auf der Strecke genauso wenig verstecken."
Frage: "Was würde dir der Gesamtsieg im ADAC Tourenwagen Junior Cup persönlich bedeuten?"
Groneck: "Es würde mir unheimlich viel bedeuten, diese Meisterschaft zu gewinnen. Nicht nur für mich persönlich, sondern für das gesamte Team und alle, die mich unterstützen und jedes Wochenende hart dafür arbeiten."
Frage: "Was hat dich der ADAC Tourenwagen Junior Cup in dieser Saison gelehrt?"
Groneck: "Vor allem, dass Motorsport nicht nur aus purem Speed besteht. Man muss über die gesamte Saison konstant liefern, mit enormem Druck umgehen können und vor allem die Nerven behalten, wenn es mal nicht auf Anhieb so läuft wie gewünscht."
Frage: "Wie schätzt du deine beiden Titelkonkurrenten ein?"
Groneck: "Beide sind extrem starke Gegner – die ich am Ende des Tages allerdings am liebsten in meinem Rückspiegel sehe!"
Frage: "Ich werde Meister, weil…"
Groneck: "… ich bis zur allerletzten Kurve fighten werde! Wir haben gezeigt, wie schnell wir sind. Jetzt müssen wir diese Leistung im Finale noch einmal auf den Punkt abrufen – dann beenden wir die Saison hoffentlich als Meister des ADAC Tourenwagen Junior Cup. Das würde ich meinem Team und mir von Herzen wünschen!"

