WOLLNIK SIEGT IN FOTOFINISH FÜR GESCHICHTSBÜCHER – GRONECK IST MEISTER

Spannung bis zum allerletzten Millimeter: Finn Niklas Wollnik (Georg Motorsport) sichert sich im engsten Zieleinlauf in der Geschichte des ADAC Tourenwagen Junior Cup seinen ersehnten Premierensieg. Moritz Groneck (H&R Das Juniorteam! – PT Sports by Up2race) muss sich um den kleinstmöglichen Abstand von 0,001 Sekunden geschlagen geben, krönt sich nach einem hochdramatischen Titelkampf mit Alex Mohr (TOPCAR sport) aber zum Champion 2026.

Der große Showdown im Rahmen der ADAC Westfalen Trophy auf der Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings hielt alles, was er versprach. In ihren mit eFuel Racing 98 betriebenen VW up! GTI lieferten die Nachwuchstalente im letzten Wertungslauf der Saison ein Finale der Extraklasse.

Am Ende gab es zwei strahlende Sieger: Finn Niklas Wollnik gelang nach drei Jahren im Nachwuchscup endlich der ersehnte erste Laufsieg. Moritz Groneck wiederum wurde im engsten Finish der Seriengeschichte zwar hauchdünn geschlagen, sicherte sich mit dem zweiten Platz jedoch die begehrte Meisterschafts-Krone.

Dramatischer Schlagabtausch der Titelkandidaten
Das Duell der beiden Hauptprotagonisten um die Meisterschaft prägte fast das gesamte Rennen. Bereits beim Start spitzte sich die Lage zu: Polesetter Alex Mohr fiel hinter Linus Parbel (KONRAD-Motorsport) und Wollnik auf Rang drei zurück. Groneck hatte hingegen einen guten Start, schob sich direkt dahinter auf Rang vier, und stellte damit umgehend den direkten Kontakt zu seinem Hauptkontrahenten her.

In den Folgerunden ging es drunter und drüber: Sämtliche Titelkandidaten zogen nacheinander an Wollnik vorbei. Mohr attackierte dann den neuen Führenden Parbel, verlor im Getümmel jedoch Platz zwei an Groneck. Mohr konterte mit Messer zwischen den Zähnen in der Goodyear-Kehre und holte sich die Position zurück.

Eine Runde später schob sich das Duo gemeinsam an Parbel vorbei, der bis auf Rang sechs zurückfiel. Bei diesem Manöver schnappte sich Groneck wiederum Mohr – eine Szene mit Vorentscheidungskraft.

Kurz darauf bremste eine Safety-Car-Phase das Feld ein, nachdem eine Kollision das vorzeitige Aus für Mattis Bachnik (drive.solutions) bedeutete.

Titelentscheidung in Runde 6
Nach dem Restart ging der Nervenkrieg an der Spitze unvermindert weiter. Groneck konnte seinen Verfolger nicht abschütteln, während Mohr den Führenden immer wieder auf die Kampflinie zwang.

In der sechsten Runde folgte die Szene der Meisterschaft: Mohr setzte in der Xiaomi-Kurve innen zum Überholmanöver an. Es kam zum Kontakt, bei dem sich Mohr nach innen wegdrehte. Der Dreher warf ihn auf den zwölften Platz zurück – die Entscheidung im Titelkampf war gefallen.

Durch die Berührung schlüpfte Wollnik wieder an Groneck vorbei an die Spitze. Für Groneck folgte ein taktisches Abwägen auf Messers Schneide: Rang zwei reichte ihm sicher zum Titelgewinn, doch er besaß die Pace für den Tagessieg. Ein übertriebenes Risiko und eine etwaige Strafe hätten allerdings Linus Parbel zum lachenden Dritten im Rennen und in der Meisterschaft gemacht.

0,001 Sekunden: Zielfoto-Auswertung bringt Gewissheit
Groneck entschied sich für den Angriff, doch Wollnik verteidigte seine Chance auf den ersten Triumph nach drei Jahren mit aller Macht. Das Duell wurde hart, aber jederzeit fair geführt. Selbst ein kleiner Ausritt durch die Veedol-Schikane bremste Wollnik nicht ein, der die Traktion seiner Hoosier-Slicks rechtzeitig wiederfand. Er musste dadurch aber langsamer durch die Zieleingangskurve fahren.

Im finalen Beschleunigungsduell auf dem Weg zur Ziellinie hatte Groneck mehr Schwung und ging daneben. Beide überquerten den Zielstrich Seite an Seite. Es war so knapp, dass die Zeitnahme eine manuelle Auswertung des Zielfotos heranziehen musste. Das Ergebnis: Mit einem Hauch von 0,001 Sekunden Vorsprung hatte Wollnik die Nase vorn und feierte seinen ersten Sieg im ADAC Tourenwagen Junior Cup.

Groneck reichte der zweite Platz souverän zum Gewinn der Meisterschaft. Linus Parbel komplettierte das Podest als Dritter mit lediglich 0,547 Sekunden Rückstand auf den Sieger.

Die Plätze vier bis sechs gingen nach starken Vorstellungen an Noah Beckmann, David Gausmann und Robin Böhm (alle Georg Motorsport). Die Top 10 komplettierten Moritz Mohr (TOPCAR sport), Bruno Görtz (Geparda Racing), Marcel Sarnowski (FAR-Performance) und Lynn Neuhaus (TOPCAR sport).

Auf ein Neues im Jahr 2027
Damit geht die Saison 2026 im ADAC Tourenwagen Junior Cup spektakulär zu Ende. Auch 2027 werden die 150 PS starken VW up! GTI in ihre mittlerweile siebte Saison hauptsächlich im Rahmen der ADAC Racing Weekends und der DTM starten. Der Rennkalender für das kommende Jahr wird in Kürze bekanntgegeben.