Beim zweiten Rennwochenende des ADAC Tourenwagen Junior Cup Digital holten erstmals Fahrer aus den Kategorien Ortsclubs- und Realfahrer die Siege in den beiden Rennen auf der Nürburgring-Sprintstrecke. Die Simracing-Serie des ADAC Nachwuchscups begeisterte erneut mit pausenloser Action in beiden Rennen.
Zwei souveräne Siege in beiden Rennen, doch anders als beim Saisonauftakt in der Motorsport Arena Oschersleben, als mit Angelo Michel ein Simracing-Profi beide Rennen gewann, schlugen diesmal Fahrer der anderen beiden Kategorien zu und unterstrichen damit die Chancengleichheit im ADAC Tourenwagen Junior Cup Digital.
Rennen 1: Brinkmann beehrt die Realfahrer
Mit Maurice Brinkmann (ADAC Westfalen) siegte im ersten Lauf erstmals ein Realfahrer. Überhaupt gaben die realen Fahrer des ADAC Tourenwagen Junior Cup im ersten Rennen eine gute Figur ab. Sowohl im Qualifying als auch im Rennen kamen vier von ihnen unter die Top 10, und jeweils lag Brinkmann an der Spitze.
Seine Zeit von 1:42.837 Minuten reichten im ersten Qualifying für die Pole-Position, die sich schon in Oschersleben als Schlüssel zum Sieg erwiesen hatte. Genauso war es auch diesmal am Nürburgring: Brinkmann gewann den fliegenden Start und fuhr den Sieg souverän nach Hause.
Hinter ihm hatte sich Leon Hasenkamp (Lübbecker Automobil Club e.V. im ADAC) qualifiziert, musste aber schon in der ersten Kurve einen herben Rückschlag hinnehmen, als er sich auf der Außenbahn platzierte und im Startgerangel den Kürzeren zog. Der Dreher nach einem leichten Kontakt warf ihn bis auf Platz 24 zurück. Es folgte eine spektakuläre Aufholjagd, die ihm noch den zwölften Platz einbrachte.
Brinkmann musste einmal die Führung verteidigen, weil er in der ersten Rennrunde seine Hoosier-Reifen nicht auf optimale Temperatur brachte. Das nutzte Angelo Michel, Doppelsieger aus Oschersleben, zu einem Angriff. Dieser sorgte aber nur dafür, dass er den zweiten Platz an Dean Olbrich (ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt) abgeben musste, der die Situation perfekt ausnutzte und sich den zweiten Platz schnappte.
Michel und Olbrich blieben das ganze Rennen dicht beisammen, allerdings stellte der Tabellenführer nach dem Rennen klar: „Ich habe ihm klar gemacht, die Plätze nach Hause zu fahren, weil ich wieder das Problem mit fehlendem Grip am Kurvenausgang wie in Oschersleben hatte.“ Olbrich entgegnete: „Lange Zeit wusste ich nicht, ob er attackieren würde oder nicht. Natürlich hat er es am Ende nochmal versucht.“
Das Ergebnis änderte sich jedoch nicht mehr, Brinkmann siegte vor Olbrich und Michel, sodass Fahrer aller drei Kategorien auf dem Podest standen. Finn Grube (AMC Ingelheim Eagles eSports) setzte sich in einem Duell mit Ben Gallert (ADAC Nordrhein) im Kampf um Platz vier durch. Auf den weiteren Positionen war das gesamte Rennen gekennzeichnet von spektakulären Kämpfen, in denen sich die Reihenfolge immer wieder änderte.
Rennen 2: Hasenkamps Durchmarsch
Nach der Enttäuschung im ersten Rennen zog Leon Hasenkampf alle Register: Er holte sich die Pole-Position mit einem Vorsprung von 0,201 Sekunden vor Michel – ein eindrucksvolles Vorzeichen für das, was im Rennen folgen sollte.
Beim stehenden Start änderten sich die Positionen nicht und der Rallyepilot aus Ostwestfalen fuhr überlegen auf und davon. Er siegte mit einem gigantischen Vorsprung von fünf Sekunden. Dabei fuhr er sogar Rundenzeiten, die in beiden Rennen für die Pole gereicht hätten. „Maurice und ich hatten uns richtig gut auf das Rennen vorbereitet, entsprechend lief es dann auch. Umso enttäuschender war natürlich das erste Rennen“, fasste Hasenkamp zusammen.
Besagter Brinkmann musste sich im Qualifying wie auch im Rennen hinter Michel anstellen, der mit dem zweiten Platz die Tabellenführung verteidigte. „Der zweite Platz ist wie ein Sieg für mich“, gab er nach dem Rennen zu Protokoll. Brinkmann sicherte sich mit dem dritten Platz den Eventsieg.
Für reichlich Action sorgte wieder die Verfolgergruppe, in der es nahezu pausenlos spektakulären Simracing-Sport zu sehen gab. Hier setzte sich Olbrich als Vierter durch, der vom siebten Startplatz gestartet war und sich im Rennen sehenswert nach vorn kämpfte. Für eine Aufholjagd sorgte Jan Noller (Noller Racing), der sich wie Hasenkamp im ersten Rennen nach einer Kollision zu Beginn noch bis auf Platz 12 nach vorn kämpfte.
Der ADAC Tourenwagen Junior Cup Digital hat damit seine ersten beiden Rennabende erfolgreich hinter sich gebracht und die Zuschauer mit spektakulären Rennen begeistert. Über die Ferienzeit ruhen die Aktivitäten nun, weiter geht es am 14. Januar 2026 auf dem Red Bull Ring.

