ESPORTS: IST MICHEL ZU STOPPEN? DER NÜRBURGRING WIRD ES ZEIGEN

Angelo Michel ist mit einem Doppelsieg in Oschersleben seiner Favoritenrolle im ADAC Tourenwagen Junior Cup Digital gerecht geworden. Doch der Saisonauftakt hat zugleich gezeigt, dass mehrere Fahrer in der Lage sind, dem Profi-Simracer Paroli zu bieten. Und ein Defensiv-Bollwerk wie in der Motorsport Arena Oschersleben lässt sich auf der Nürburgring-Sprintstrecke deutlich schwerer errichten.

Wer allein auf die Ergebnisse aus Oschersleben blickt, könnte vorschnell den Eindruck gewinnen, die Saison 2025/26 sei eine klare Angelegenheit. Die Rennverläufe zeichneten jedoch ein anderes Bild: Fahrer aus allen drei Teilwertungen – Simracer, ADAC Ortsclubs-Fahrer und Realfahrer – bewiesen, dass sie aus eigener Kraft um Rennsiege kämpfen können.

Auf der Sprintstrecke des Nürburgrings wird sich nun zeigen, ob Michel die richtigen Lehren aus dem Auftakt gezogen hat. Zwar war er im Qualifying das Maß der Dinge, in den Rennen musste er jedoch alle Register ziehen, um die drängende Konkurrenz hinter sich zu halten. Auf eine Streckencharakteristik, die Überholmanöver erschwert, kann er sich diesmal nicht verlassen.

Die starke Defensivleistung aus Oschersleben lässt sich auf dem Nürburgring nur bedingt wiederholen. Michel suchte in den Rennen noch nach Traktion am Kurvenausgang; findet er diese, zählt er auch auf der Kurzanbindung des Grand-Prix-Kurses zu den Topfavoriten. Ein Selbstläufer wird das Wochenende jedoch nicht.

Rörig und Noller wollen diesmal an Michel vorbei
Aus dem Kreis der Ortsclubs-Fahrer überzeugte Maximilian Rörig (MSC Wahlscheid) bereits im ersten Rennen mit einer starken Vorstellung und zeigte, dass er Michel fordern kann. Ein Fehlstart im zweiten Lauf kostete ihn dann aber wertvolle Punkte. Entsprechend groß dürfte die Motivation für die Rückkehr auf die virtuelle Strecke sein.

Die Rolle des unmittelbaren Verfolgers nahm in Oschersleben Jan Noller (Noller Racing) ein. Der Realfahrer setzte Michel im zweiten Rennen konstant unter Druck und unterstrich, dass sich Piloten aus dem realen Motorsport im ADAC Tourenwagen Junior Cup Digital nicht hinter den Simracern verstecken müssen.

Ebenfalls im Blickpunkt stehen die Ortsclub-Piloten Dean Olbrich (MSC Oschersleben e.V.) und Leon Hasenkamp (Lübbecker Automobil Club e.V. im ADAC), die in der Magdeburger Börde mit konstant starken Resultaten überzeugten, sowie Finn Grube (AMC Ingelheim Eagles eSports), der im zweiten Lauf den Sprung aufs Podium schaffte.

Spezielle Chance für alle Realfahrer
Bei den Simracern reist Tim Buck (SK SimRacing) mit besonderer Motivation an den Nürburgring. In Oschersleben schied er im zweiten Rennen auf Podiumskurs liegend nach einem Verbindungsverlust aus. Mit Aaron Ehrhardt (PROsport Simracing) und Taron Schiebel (smillaesports) machten zudem zwei weitere Simracer auf sich aufmerksam und wollen Michel in der Wertung unter Druck setzen.

Für die Realfahrer bietet sich derweil die Chance auf den ersten Sieg auf der 3,629 Kilometer langen Nürburgring-Sprintstrecke. Denn keiner von den im digitalen Ableger des ADAC Nachwuchscups eingeschriebenen Piloten konnte auf der Sprintstrecke bislang einen Sieg feiern. Mit Maxim Felix Dacher (ADAC Sachsen) und Linus Hahne (H&R Das Juniorteam!) standen aber zwei Realfahrer auf der Kurzanbindung bereits auf dem realen Podest.

Die beiden Läufe auf dem Nürburgring werden live auf dem YouTube-Kanal ADAC eSports übertragen. Beginn des Livestreams ist um 19:25 Uhr. Die Läufe werden kommentiert von Jörg Hennig.