Der ADAC Tourenwagen Junior Cup Digital biegt auf die Zielgerade ein: Am Mittwochabend gastiert die Simracing-Serie auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings. Für den Tabellenführer Angelo Michel könnte es ein historischer Abend werden – er hat die Chance, sich vorzeitig den Meistertitel und damit die begehrte Testfahrt im realen, mit eFuel Racing 98 betriebenen VW up! GTI zu sichern.
Traditionell bildet der Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings das Saisonfinale des realen ADAC Tourenwagen Junior Cup. Im digitalen Ableger ist die Eifel in diesem Jahr die vorletzte Station, bevor das große Finale auf dem von der Community gewählten Circuit de Spa-Francorchamps steigt. Dennoch könnte der Nürburgring seinem Ruf als meisterschaftsentscheidende Strecke gerecht werden und den ersten Champion der Seriengeschichte küren.
Ausgangslage: Dominanz und weiße Weste
Angelo Michel hat die Premierensaison punktetechnisch bisher dominiert und seinen Vorsprung zuletzt weiter ausgebaut. Sein Vorsprung nach dem Hockenheim-Event beträgt 14 Punkte auf Maurice Brinkmann (ADAC Westfalen) und 17 Zähler auf Leon Hasenkamp (Lübbecker Automobil Club e.V. im ADAC).
Da die Piloten in unterschiedlichen Klassen (Simracing-Profis, Realfahrer und Ortsclub-Mitglieder) gewertet werden, können Brinkmann und Hasenkamp den Spitzenreiter nicht im direkten Duell auf der Strecke einbremsen – Michel hat sein Schicksal selbst in der Hand.
Unter Berücksichtigung der Streichresultate ist Michels Bilanz beeindruckend: Mit acht Siegen in zehn Rennen weist er eine fast makellose Statistik auf. Da zwei Streichresultate pro Saison eingesetzt werden können, hat er sogar noch immer eine weiße Weste.
Sollte ihm am Nürburgring ein weiterer Doppelsieg in der Klasse der Simracer gelingen, könnte die Titelentscheidung fallen – sofern Brinkmann maximal 34 und Hasenkamp maximal 37 Punkte in den zwei Rennen sammeln. Holen die Verfolger mehr oder Michel weniger, wird die Entscheidung in die Ardennen vertagt. Die zwei Bonuspunkte für die Pole-Positions können das Bild am Mittwochabend noch zusätzlich beeinflussen.
Brinkmann und Hasenkamp: Alles auf Sieg
Während Michel taktisch agieren kann, bleibt seinen Verfolgern nur die Flucht nach vorne. Maurice Brinkmann, der 2026 auch im realen ADAC Tourenwagen Junior Cup angreifen wird, musste zuletzt in Hockenheim einen herben Rückschlag hinnehmen. Ein seltener Konzentrationsfehler beim Anbremsen der Spitzkehre kostete ihn wertvolle Punkte und die Chance, den Druck auf Michel hochzuhalten.
Brinkmann und Hasenkamp wissen, dass ihre Titelchancen nur noch theoretischer Natur sind. Doch genau das macht sie gefährlich: Ohne taktische Zwänge können beide befreit auffahren und versuchen, ihre Serie an Gesamtsiegen auszubauen. In dieser inoffiziellen Statistik führt Brinkmann aktuell mit vier Erfolgen vor Michel und Hasenkamp (jeweils drei).
Werden die "Top 3" gestürzt?
Bislang konnten nur diese drei Piloten Gesamtsiege im ADAC Tourenwagen Junior Cup Digital feiern. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Maxim Felix Dacher (ADAC Sachsen) und Finn Grube (AMC Ingelheim Eagles eSports) haben in ihren jeweiligen Klassen bereits mehrfach triumphiert und brennen auf ihren ersten Gesamtsieg. Auch Ben Gallert (smillaesports) und Gabriel Schmidt (RoVeX RacinGTeam), die Michel in dieser Saison bereits Klassensiege bei den Simracern abtrotzen konnten, zählen auf dem anspruchsvollen Grand-Prix-Kurs zum erweiterten Favoritenkreis.
Die beiden Läufe auf dem Nürburgring werden wie gewohnt live auf dem YouTube-Kanal von ADAC eSports übertragen. Als Moderator führt die bewährte Stimme des Cups, Jörg Hennig, durch den Abend. Rennstart ist am Mittwoch, den 25. Februar, um 19:25 Uhr.
Meisterschaftsstand vor dem Nürburgring (Top 5):
1. Angelo Michel (Simracer) – 202 Punkte
2. Maurice Brinkmann (Realfahrer) – 188
3. Leon Hasenkamp (Ortsclubfahrer) – 185
4. Maxim Felix Dacher (Realfahrer) – 162
5. Finn Grube (Ortsclubfahrer) – 149
6. Ben Gallert (Simracer) – 148

