PARBEL MACHT DAS DOPPEL UND IST NEUER TABELLENFÜHRER

Linus Parbel (KONRAD-Motorsport) gewinnt auch das Sonntagsrennen in der Motorsport Arena Oschersleben im Rahmen der DTM. Da sowohl Alex Mohr (TOPCAR sport) als auch Moritz Groneck (H&R Das Juniorteam! - PT Sports by Up2race) ohne Punkte bleiben, kommt es zu einer spektakulären Wendung im Meisterschaftskampf.

Start-Ziel-Sieg und die neue Führung in der Gesamtwertung: Linus Parbel war der unangefochtene Mann des Wochenendes in Oschersleben. Nach seinem Triumph am Samstag legte der 15-jährige Westerwälder am Sonntag nach und dominierte das Geschehen von der Pole-Position aus. Die 18 Nachwuchstalente fuhren unmittelbar vor dem Sonntagslauf der DTM vor vollbesetzten Rängen auf und heizten der Kulisse für das Hauptevent kräftig ein.

Schon beim stehenden Start münzte Parbel den Grip seiner Hoosier-Reifen optimal um und behauptete die Führung vor Mattis Bachnick (drive.solutions) und Alex Mohr (TOPCAR sport). Am Ende der ersten Runde nahm das Drama um die Meisterschaft jedoch seinen Lauf: Der bisherige Tabellenführer geriet in der vorletzten Kurve leicht neben die Ideallinie, woraufhin die Radaufhängung an seinem mit eFuel Racing 98 betriebenen VW up! GTI brach. Für den 16-Jährigen war der Arbeitstag damit vorzeitig beendet.

Restart nach Drama um Alex Mohr
Zur Bergung des gestrandeten Fahrzeugs rückte das Safety-Car aus. Beim Neustart behielt Parbel kühlen Kopf und fuhr in der Folge einem ungefährdeten dritten Saisonsieg entgegen. Durch den Ausfall Mohrs bedeutete der Erfolg gleichzeitig den Sprung an die Tabellenspitze des ADAC Tourenwagen Junior Cup 2026 nach zwei Dritteln der Saison.

Auch dahinter wurden starke Geschichten geschrieben: Mattis Bachnick, der vor dieser Saison lediglich zwei Jahre Erfahrung im Kartslalom und in Leihkartserien gesammelt hatte, fuhr souverän den zweiten Platz nach Hause. Neben einer neuen persönlichen Bestleistung feierte er damit sein drittes Podium in Folge.

Wollnik erkämpft sich dritten Platz
Der verbliebene Podestplatz war derweil heiß umkämpft. Nach dem Ausfall Mohrs erbte kurzzeitig Emely Abt (H&R Das Juniorteam! - PT Sports by Up2race) den dritten Rang, wurde jedoch noch vor der Neutralisierung von Finn Niklas Wollnik und Ben Henschel (beide Georg Motorsport) abgefangen.

Wollnik lieferte sich nach dem Re-Start ein packendes Duell mit seinem Teamkollegen. Henschel übertrieb es bei einem Angriff schließlich leicht und musste den Weg durch die Wiese nehmen. Somit kreuzte Wollnik die Linie als Dritter, während Henschel als Vierter dennoch eine neue persönliche Bestleistung im ADAC Nachwuchscup verbuchte.

Gronecks dramatischer Sonntag
Nutznießer einer turbulenten zweiten Rennhälfte war Mika Delkus (KONRAD-Motorsport): Er nutzte einen Moment, als Emely Abt ausgangs der Hasseröder-Kurve ins Gras geriet, schlüpfte vorbei auf den fünften Platz und verteidigte diesen bis ins Ziel.

Als Sechster sah Moritz Groneck (H&R Das Juniorteam! - PT Sports by Up2race) den Zielstrich, doch der Dominator vom Red Bull Ring erlebte einen rabenschwarzen Sonntag. Nachdem er im morgendlichen Zeittraining die Bestzeit erzielt hatte, wurde er wegen Unregelmäßigkeiten im Bereich der Stoßdämpfer disqualifiziert und musste das Feld von ganz hinten aufrollen. Seine Aufholjagd war zwar beeindruckend, doch bei einem Überholmanöver kollidierte er mit Marcel Sarnowski (FAR-Performance). Die daraus folgende Zehn-Sekunden-Strafe warf ihn auf den zwölften Platz zurück, wodurch er leer ausging.

Persönliche Bestleistung für Abt
Abt musste in den Schlussminuten zwar noch hart kämpfen, wehrte aber alle Angriffe der Verfolger gekonnt ab. Mit dem sechsten Rang feierte die Tochter von Christian Abt das bisher beste Ergebnis ihrer noch äußerst jungen Motorsport-Karriere. Sie führte dabei ein spektakuläres Fotofinish von vier Fahrzeugen an, die innerhalb von nur 0,316 Sekunden über die Ziellinie schossen.

Um Hauchdünne 0,035 Sekunden musste sich Robin Böhm (Georg Motorsport) geschlagen geben und wurde als Siebter gewertet. Weitere 0,155 Sekunden dahinter folgte Moritz Mohr (TOPCAR sport), der seinerseits Lennard Zerbe (Tuma Motorsport) um 0,126 Sekunden auf Distanz hielt. Dass Zerbe nach der Startkollision vom Samstag überhaupt an den Start gehen konnte, war einer Glanzleistung von Tuma Motorsport zu verdanken, die die Fahrzeuge von Zerbe und Luca Treusch in einer Nachtschicht wieder aufgebaut hatten.

Nach drei intensiven Rennwochenenden innerhalb von vier Wochen verabschiedet sich der ADAC Tourenwagen Junior Cup nun in die verdiente Sommerpause. Die nächste Station ist vom 4. bis 6. September die Hochgeschwindigkeitsstrecke Salzburgring im Rahmen des ADAC GT Masters.