BRUNO GÖRTZ: VOM TALENT DAY ZUM TEAMCHEF-ASPIRANTEN

Was als spontaner Besuch beim Talent Day begann, hat sich für Bruno Görtz längst zu einer leidenschaftlichen Mission entwickelt. Der 21-Jährige beweist im ADAC Tourenwagen Junior Cup, dass man auch ohne jahrelange Karterfahrung und mit einer gehörigen Portion Optimismus im professionellen Motorsport bestehen kann.

Bruno Görtz hat keinen typischen Rennfahrer-Lebenslauf. Während viele seiner Konkurrenten bereits mit sechs oder weniger Jahren im Kart saßen, startete der gebürtige Frankfurter erst 2024 seine ersten Gehversuche im Automobilsport, mit damals 19 Jahren. Mittlerweile ist er 21 und verfolgt ein Ziel, das ebenfalls die wenigsten aktuell im ADAC Nachwuchscup haben dürften: Er will als Teamchef von Geparda Racing langfristig im Motorsport Fuß fassen.

Doch wer glaubt, der Wahlschweizer – wohnhaft in Lugano und Bad Homburg – fahre nur zum Vergnügen im Mittelfeld mit, der irrt. Nach zwei Jahren im Cup hat sich Görtz für die Saison 2026 ein klares Ziel gesetzt: „Ich will aufs Podium.“

Leidenschaft für die Technik
Der Grund für seinen Start im ADAC Tourenwagen Junior Cup ist eng mit seiner unternehmerischen Tätigkeit verknüpft. Gemeinsam mit seinem Vater führt er die Marke Geparda, die spezialisierte Fahrzeuge auf Basis des VW up! entwickelt, mit denen 16-Jährige mit A1-Führerschein ihre ersten Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln können.

„Die Fahrzeuge im Cup gefallen mir extrem gut. Es ist die perfekte Einsteigerklasse, um das Handwerk des Motorsports von Grund auf zu lernen“, erklärt Görtz.

Das gilt für ihn im doppelten Sinne, schließlich möchte er neben seiner eigenen Fahrerkarriere auch Geparda Racing zum professionellen Team aufbauen und dabei eine Struktur schaffen, die langfristig im GT-Sport Fuß fasst. Ein Meilenstein in seinem 5-Jahres-Plan ist dabei der Aufstieg in die GT4-Klasse, den er bereits 2026 vollzogen hat und parallel zum Junior Cup mit einem eigenen Porsche Cayman GT4 RS im Porsche Sports Cup an den Start geht. Langfristig ist alles möglich.

Mit System und Spaß zum Erfolg
Trotz der professionellen Ambitionen und des Aufbaus seines Teams steht für Görtz eines immer im Vordergrund: „Der Spaß kommt an erster Stelle.“ Dieses Motto zieht sich wie ein roter Faden durch seine Karriere. Das schließt natürlich sportlichen Erfolg nicht aus, wie Klassensiege im NATC zeigen. Görtz ist Analytiker, der sich das fehlende Kartsport-Wissen durch akribische Vorbereitung und Systematik erarbeitet hat.

Und das mit Erfolg: „Ich habe meine Herangehensweise im Jahr 2025 gegenüber 2024 grundsätzlich überarbeitet und gehe jetzt mit viel mehr Vorbereitung und System in die Veranstaltungen“, sagte er bereits im vergangenen Jahr. Das Ergebnis: Aus 13 Meisterschaftspunkten und Rang 14 im Debütjahr 2024 wurden 43 Zähler und Position acht in der zweiten Saison 2025. Entsprechend wird Görtz nun im dritten Jahr die vorderen Plätze anvisieren.

Seine Lieblingsstrecke im Kalender ist die Motorsport Arena Oschersleben. Die technisch anspruchsvolle Linienführung, die langgezogenen Kurven und schnellen Kurvenkombinationen der Magdeburger Börde liegen dem gebürtigen Frankfurter besonders. Hier möchte er beweisen, dass der „Spätzünder“ von 2024 endgültig an der Spitze der Junioren angekommen ist.