FINN NIKLAS WOLLNIK: „AUTISMUS PRIME“ AUF DER JAGD NACH DER KRONE

Leidenschaftlicher Kampfeswillen – das ist Finn Niklas Wollnik. Als Autist können alltägliche Situationen, die für die meisten selbstverständlich sind, schnell zum Kampf werden. Über den Motorsport drückt er sich aus. Nach einem beeindruckenden dritten Platz in der Gesamtwertung und zwei Pole Positions 2025 startet der 16-Jährige nun in seine dritte Saison im ADAC Tourenwagen Junior Cup. Sein Ziel für 2026: Er will um die Meisterschaft kämpfen.

Finn Niklas Wollnik ist im Fahrerlager unter einem besonderen Namen bekannt: „Autismus Prime“. Der junge Pilot aus Steinfeld geht offen mit seiner Diagnose um und nutzt sie auf der Rennstrecke als Stärke. Seine Fähigkeit, sich vollkommen auf den Moment und die Technik zu fokussieren, macht ihn zu einem der beständigsten Fahrer im Feld.

„Ich bin Autist und das ist auch gut so, denn so bin ich“, sagt er selbstbewusst. „Mich muss nicht jeder mögen, aber es wäre schön, wenn es akzeptiert wird.“ Spätestens seit seinen Erfolgen im Vorjahr wird er vor allem für eines respektiert: seinen Speed. Und nicht nur das: Wollnik gilt als einer der härtesten Zweikämpfer im Feld und stürzt sich beherzt in jede Schlacht um die besten Plätze.

Vom Kart-Phänomen zum Titelkandidaten
Begonnen hat alles 2017 im Kartslalom, doch der Durchmarsch in den Automobilsport war rasant. Nach einer dominanten Zeit im Rundstrecken-Einsteiger-Cup (REC) mit 16 Siegen aus 18 Rennen folgte 2024 der Wechsel in den ADAC Tourenwagen Junior Cup.

Während er im Debütjahr noch als Draufgänger galt, setzte er seinen Kampfeswillen 2025 kanalisierter ein und paarte Aggressivität mit taktischer Herangehensweise. Das Ergebnis: Zwei Pole Positions, fünf Podiumsplätze und Gesamtrang drei in der Meisterschaft. Er ist in der Elite der Nachwuchspiloten angekommen.

Für die Saison 2026, die er wieder für Georg Motorsport bestreiten wird, fühlt er sich „gefestigter denn je“. Der mit eFuel Racing 98 betriebene VW up! GTI ist für ihn mittlerweile wie ein zweites Zuhause. Mit seinen bisherigen Erfolgen gehört er zum Favoritenkreis auf den Titel.

Der Weg in die DTM: Ein präziser 5-Jahres-Plan
Wollnik überlässt nichts dem Zufall. Sein sportliches Vorbild war lange Zeit der YouTuber und Rennfahrer Felix von der Laden. Heute orientiert er sich an den Profis der GT3-Szene. Sein Karriereplan ist exakt getaktet: Nach dem Cup-Jahr 2026 strebt er den Aufstieg in den BMW M2 Cup oder die ADAC GT4 Germany an, gefolgt vom ADAC GT Masters. Das Endziel ist kein Geringeres als die DTM, idealerweise als Werksfahrer für Mercedes oder BMW.

Wenn es um seine Lieblingsstrecke geht, muss Finn nicht lange überlegen: der Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings. „Da stimmt einfach alles, auch neben der Strecke“, schwärmt er. Die Eifel ist für ihn der Ort, an dem er die Erfahrung aus unzähligen Simracing-Stunden eins zu eins in reale Rundenzeiten umsetzt.

Für Wollnik ist der ADAC Tourenwagen Junior Cup vor allem drei Dinge: lehrreich, fordernd und intensiv. Eigenschaften, die perfekt zu seinem Lebensmotto passen: „Niemals aufgeben“. In der Saison 2026 wird er dieses Motto brauchen, denn der Jäger aus den Vorjahren ist als meisterschaftsbestplatzierter Fahrer des Vorjahres nun selbst der Gejagte.