LENNARD ZERBE: NACH EINDRUCKSVOLLEN GASTSTARTS DAS PODIUM IM VISIER

Vom „Teilzeit-Schreck“ zum Titelaspiranten: Lennard Zerbe startet 2026 in seine erste volle Saison im ADAC Tourenwagen Junior Cup. Nach beeindruckenden Gaststarts im Vorjahr will der 17-Jährige aus Leegebruch nun beweisen, dass er über die gesamte Distanz zu den Schnellsten im Feld gehört – mit einer Portion Lockerheit und viel technischem Sachverstand.

Wer Lennard Zerbe im Vorstartbereich sucht, sollte seine Ohren spitzen. Anhand der Melodie, die aus seinem Helm dringt, ist er schnell zu finden. „Manche singen unter der Dusche – ich singe lieber im Vorstart“, verrät der gebürtige Berliner mit einem Augenzwinkern. Sein Motto beinhaltet ebenfalls lyrisches Potenzial: „With every curve – with every heartbeat – Speed is my passion.”

Diese ungewöhnliche Art der Rennvorbereitung scheint zu funktionieren: Bei seinen Gastauftritten 2025 in Oschersleben und am Salzburgring fuhr er prompt zweimal auf den fünften Platz und setzte mit der zweitschnellsten Rennrunde in Österreich im zweiten Rennen ein dickes Ausrufezeichen hinter sein Talent.

Erfolg als Markenzeichen
Obwohl er im vergangenen Jahr nur an zwei Rennwochenenden teilnahm, beendete er die Meisterschaft auf Rang elf. Damit war er der am besten platzierte Gaststarter und ließ sogar mehrere Vollzeit-Piloten hinter sich.

„Der Tourenwagensport war immer mein Ziel“, erklärt der Pilot der Privaten Renngemeinschaft Spandau (PRS). „Der up! GTI ist technisch ein richtig großer Rennwagen in einem kompakten Gewand. Er ist der perfekte nächste Schritt, um das umzusetzen, was ich im Kart gelernt habe.“

Sein Weg im Kartsport führte ihn vom Leihkart über den REC+, wo er zwei Meistertitel einfuhr, bis hin zur Kart-GTC-Langstrecke. Dort wurde er in das Nachwuchsprogramm des renommierten MANN-Filter Teams aufgenommen und gewann mit der „Mini-Mamba“ direkt den BEBA-Cup. Parallel holte er sich 2023 den Meistertitel in der ADAC Kartmeisterschaft Berlin-Brandenburg.

Plan A: Cockpit – Plan B: Ingenieurspult
Für 2026 hat er sich ein ehrgeiziges Doppel-Programm vorgenommen: Während er im NATC nach dem noch fehlenden Meistertitel greift, will er im ADAC Tourenwagen Junior Cup für maximale Aufmerksamkeit sorgen. „Gute Ergebnisse ohne Ausfälle und eine kontinuierliche Steigerung sind mein Ziel. Vielleicht ist ja der eine oder andere Podestplatz möglich. Ich werde alles dafür geben“, so Zerbe kämpferisch.

Lennard Zerbe gehört zu den Fahrern, die genau wissen, was unter der Motorhaube passiert. Aktuell arbeitet er am Abitur, um später zu studieren. Sein Ziel ist klar: Er möchte Profi-Rennfahrer werden, am liebsten in der GT3 auf der Langstrecke oder in der DTM – genau wie seine Vorbilder Sheldon und Kelvin van der Linde. Dennoch bleibt er pragmatisch: „Falls es mit dem Platz im Cockpit doch nichts wird, möchte ich als Renningenieur an der Strecke bleiben.“

Besonders freut sich der Brandenburger auf das Gastspiel in Österreich – obwohl er den Red Bull Ring bisher nur aus der Theorie kennt. Mit seiner Mischung aus Berliner Gelassenheit, technischem Verständnis und dem nötigen Gasfuß ist er zweifellos ein Kandidat, den man 2026 ganz fest auf der Rechnung haben muss.