ESPORTS: BRINKMANN UND HASENKAMP GEWINNEN IN HOCKENHEIM

Maurice Brinkmann (ADAC Westfalen) und Leon Hasenkamp (Lübbecker Automobil Club e.V. im ADAC) haben die beiden Läufe des ADAC Tourenwagen Junior Cup Digital auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg für sich entschieden. Den wichtigsten Schritt in Richtung Meisterschaft machte jedoch Angelo Michel, da sein direkter Verfolger Brinkmann im zweiten Lauf wertvolle Punkte liegen ließ.

Wie schon sein reales Vorbild sorgte der Hockenheimring auch in der digitalen Welt für spektakulären Motorsport. Bis zum Fallen der Zielflagge wurde in beiden Rennen hart um jede Position gekämpft. Für die sportlichen Highlights sorgten dabei insbesondere Angelo Michel und Maxim Felix Dacher (ADAC Sachsen), die sich in beiden Läufen packende Duelle bis zum letzten Meter lieferten.

Rennen 1: Brinkmann nach zwei Runden auf und davon
Bereits das Qualifying versprach Hochspannung: Brinkmann und Hasenkamp trennten auf ihren schnellsten Runden lediglich 0,002 Sekunden. Sie führten das Feld vor Dean Olbrich (MSC Oschersleben e.V.) und Michel in den ersten Lauf.

In der Startrunde kam es zu einer Szene, die sinnbildlich für den Hockenheimring steht: Unterstützt durch den Windschatten steuerten vier der 150 PS starken VW up! GTI nebeneinander auf die Spitzkehre zu. Dass diese Situation ohne größere Zwischenfälle blieb, unterstrich einmal mehr das hohe Niveau des Fahrerfeldes.

In der Haarnadelkurve kam es jedoch im weiteren Verlauf zu einer entscheidenden Szene: Dean Olbrich geriet leicht ins Querstehen und wurde durch eine Berührung von Hasenkamp unfreiwillig stabilisiert. Während Olbrich dadurch zwar das Rennen fortsetzen konnte, fiel er im Zuge der anschließenden Positionskämpfe bis auf Rang zehn zurück.

Auch Hasenkamp verlor durch den Zwischenfall Zeit – genug, um Maurice Brinkmann an der Spitze einen komfortablen Vorsprung zu ermöglichen. Brinkmann nutzte die Gunst der Stunde und feierte einen ungefährdeten Sieg. Hasenkamp kämpfte sich wieder bis auf den zweiten Platz zurück.

Dahinter lieferten sich Maxim Felix Dacher und Angelo Michel eine Show der Extraklasse. In einem fairen Rad-an-Rad-Duell über mehrere Kurven kam es im Motodrom zum finalen Showdown. Dacher eroberte auf den letzten Metern den dritten Platz zurück und schlug Michel auf der Ziellinie um lediglich 0,1 Sekunden.

„Meine Taktik, Maxim erst in der letzten Runde auf der Geraden zu attackieren, hat leider nicht funktioniert“, gab Michel später zu. Da er jedoch erneut die Wertung der Simracer gewann, sicherte er sich trotz des verpassten Podiums die volle Punktzahl für die Meisterschaft. Ein starkes Ergebnis erzielte auch Hannes Ueberfeldt (MSC d. Polizei Braunschweig) auf Rang fünf.

Rennen 2: Michel macht Schritt zum Titel
Im zweiten Qualifying sicherte sich Hasenkamp mit 0,073 Sekunden Vorsprung auf Brinkmann erneut die Pole-Position. Der stehende Start führte das Feld erneut in enger Formation mit vier Fahrzeugen nebeneinander Richtung Spitzkehre, wo sich eine vorentscheidende Szene für die Meisterschaft abspielte.

Maurice Brinkmann unterlief ein folgenschwerer Fehler, als er den Bremspunkt vor der Spitzkehre verpasste. Der daraus resultierende Umweg durch die Auslaufzone warf ihn hoffnungslos zurück und kostete ihn den Klassensieg bei den Realfahrern.

Leon Hasenkamp nutzte die sich daraus ergebende freie Fahrt, setzte sich umgehend ab und fuhr den Sieg nach Hause. Trotz des Erfolgs zeigte sich der Ortsclub-Pilot selbstkritisch: „Ich habe zu viele kleine Fehler eingebaut und wäre kurz vor Schluss fast verunfallt. Mit der eigenen Leistung bin ich trotz des Sieges nicht zufrieden.“

Hinter dem Führenden kam es zur Revanche zwischen Michel und Dacher, diesmal um Gesamtrang zwei. Erneut boten beide virtuellen Motorsport auf höchstem Niveau. Am Ende behielt Michel die Oberhand. „Ich hätte meine Strategie aus dem ersten Rennen beibehalten sollen“, ärgerte sich Dacher sportlich fair. Beide waren sich einig, dass diese Zweikämpfe zu den bisher fairsten und besten der Saison gehörten.

Noch wichtiger war für Michel, dass er die Führung in der Gesamtwertung durch den erneuten Klassensieg bei den Simracern weiter ausbaute, weil Brinkmann federn ließ. Zwei Rennabende muss er jetzt noch überstehen, um sich die ersehnte Testfahrten im realen, mit eFuel Racing 98 betriebenen VW up! GTI zu sichern.

Hinter dem Podium komplettierten Finn Grube (AMC Ingelheim Eagles eSports) und Ben Gallert (ADAC Nordrhein) die Top 5. Die vorletzte Saisonstation des ADAC Tourenwagen Junior Cup Digital findet am 25. Februar auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings statt.