ESPORTS: DOPPELSCHLAG VON HASENKAMP VERTAGT TITELENTSCHEIDUNG AUFS FINALE

Leon Hasenkamp (Lübbecker Automobil Club e.V. im ADAC) hat mit einer dominanten Vorstellung beide Rennen des ADAC Tourenwagen Junior Cup Digital auf dem Nürburgring gewonnen. Damit verhinderte er die vorzeitige Krönung von Angelo Michel, der in der Eifel hart kämpfen musste.

Die Entscheidung um die erste Meisterschaft in der Geschichte des ADAC Tourenwagen Junior Cup Digital fällt erst beim großen Saisonfinale auf dem Circuit de Spa-Francorchamps. Obwohl Tabellenführer Angelo Michel mit zwei weiteren Klassensiegen in der Simracer-Wertung seine Führung behauptete, bleibt das Verfolgerduo in Schlagdistanz.

Leon Hasenkamp wahrte seine Chancen durch einen Doppelsieg, während Maurice Brinkmann (ADAC Westfalen) mit zwei Klassensiegen bei den Realfahrern ebenfalls im Titelrennen bleibt.

Rennen 1: Hasenkamp in eigener Liga
Pole-Position mit fast zwei Zehntelsekunden Vorsprung und ein Start-Ziel-Sieg mit 1,5 Sekunden Abstand – für die extrem enge Leistungsdichte im digitalen Ableger des ADAC Nachwuchscups sind das fast schon Welten. Hasenkamp ließ am Nürburgring nichts anbrennen und kontrollierte das Geschehen souverän von der Spitze aus.

Brinkmann versuchte in der ersten Kurve zwar einen Angriff auf der Innenbahn, musste aber schnell anerkennen, dass gegen Hasenkamp an diesem Abend kein Kraut gewachsen war. „Da ich in meiner Klasse sicher vorne lag, habe ich das Limit nicht mehr bis zum Letzten ausgereizt, als der Abstand einmal da war“, resümierte Brinkmann.

Dahinter entbrannte erneut das Dauerduell zwischen Angelo Michel und Maxim Felix Dacher (ADAC Sachsen). Über die gesamte Renndistanz klebte Dacher am Heck des Tabellenführers. Ein minimaler Fehler im entscheidenden Moment kostete den Realfahrer jedoch die nötigen Meter für eine erfolgreiche Attacke, sodass Michel den dritten Gesamtrang und den Klassensieg sicher nach Hause fuhr.

Für zusätzliche Spannung sorgte das Mittelfeld. Besonders hervorzuheben ist hier Lennard Zerbe (TUMA Motorsport), der nahezu das ganze Rennen über in Zweikämpfe verwickelt war und als Achter die Zielflagge sah.

Rennen 2: Nervenkrimi um den Klassensieg
Dass Leon Hasenkamp am Ende den perfekten „Grand Slam“ verpasste, lag an Maurice Brinkmann, der ihn im zweiten Qualifying im letzten Moment von der Pole-Position verdrängte.

„Dass ich die Pole verpasst habe, ärgert mich enorm, da ich Maurice in der Meisterschaft nun nicht mehr aus eigener Kraft überholen kann“, gab Hasenkamp offen zu. Durch den Bonuspunkt für die Pole liegt er nun drei Punkte hinter Brinkmann und kann diesen in Spa nur noch in der Meisterschaft verdrängen, wenn Brinkmann dort den Klassensieg bei den Realfahrern verpasst.

Im Rennen selbst drehte Hasenkamp den Spieß jedoch wieder um. Nach einem intensiven Duell gegen Brinkmann übernahm er kurz vor Rennhalbzeit die Führung und feierte seinen zweiten Gesamtsieg des Abends.

Zum absoluten Highlight des Rennens avancierte jedoch der Kampf um Platz drei. Gabriel Schmidt (RoVeX RacinGTeam) zeigte seine bisher stärkste Saisonleistung und setzte Angelo Michel gewaltig unter Druck. Als sich auch noch Maxim Felix Dacher in den Kampf einmischte, erlebten die Zuschauer virtuellen Tourenwagensport am Limit.

Fünf Minuten vor dem Ende gelang es Schmidt tatsächlich, an Michel vorbeizuziehen. Doch der Tabellenführer bewies Champion-Mentalität: Mit einem präzisen Manöver aus dem Windschatten konterte er vor der Veedol-Schikane und rettete den Klassensieg.

Mit einem Vorsprung von 13 Punkten auf Brinkmann und 16 Punkten auf Hasenkamp reist Michel nun als Favorit zum Saisonfinale am 11. März auf dem legendären Kurs von Spa-Francorchamps. Doch die Konkurrenz hat am Nürburgring bewiesen, dass sie bereit ist, bis zur letzten Kurve zu kämpfen und sollte Schmidt ähnlich stark auftreten wie am Nürburgring, kann in den Ardennen alles passieren.