LUCA TREUSCH: MIT 14 JAHREN ZIELSTREBIG UND TOPVORBEREITET

Manche Rennfahrerkarrieren beginnen gezielt, andere mit einem Zufall, und wieder andere mit einem Sitzstreik. Luca Treusch verschaffte sich auf unkonventionellem Weg den Einstieg in den Kartsport. Heute ist der Nachwuchspilot aus Haibach 14 Jahre alt und steht kurz vor seinem Debüt im ADAC Tourenwagen Junior Cup. Und das topvorbereitet.

2017 in Unterfranken: Der MSC Straßbessenbach besucht eine Grundschule nahe Aschaffenburg mit einem Slalom-Kart. Für den sechsjährigen Luca ist sofort klar: Das ist es. „Ich habe mich innerlich schon auf einer richtigen Rennstrecke gesehen, mit einem großen Pokal in der Hand“, erinnert er sich an seine erste Begegnung mit dem Motorsport.

Was folgte, kennen viele Eltern wohl zu gut, unterstreicht aber auch den Durchsetzungswillen Treuschs, der auf der Rennstrecke so wichtig ist: Damit die Anmeldung auch wirklich klappt, verweigerte er am selben Abend den Gang ins Bett – bis sein Vater den eigentlich für den nächsten Tag geplanten Anruf beim Verein tätigte.

Das Sprungbrett in Richtung Prototypen
Acht Jahre später ist Treusch dreifacher Hessenmeister im Kartslalom, Deutscher Kartslalommeister und Rennsieger auf der Kart-Rundestrecke. Aus dem entschlossenen Kind ist ein strategisch denkender Athlet geworden, der eine große Reife für sein Alter an den Tag legt. Er trainiert bereits wie ein alter Hase und zeigt das in einem professionellen Instagram-Auftritt.

Der ADAC Tourenwagen Junior Cup 2026 ist für ihn kein bloßes „Mitfahren“, sondern ein präzise gewählter Baustein für eine erfolgreiche Rennfahrerkarriere. „Der Cup ist die beste Schule, weil ich hier Schritt für Schritt alles lernen kann: Datenanalyse, Umgang mit Druck und sauberes Fahren im Zweikampf“, erklärt Treusch.

Sein Ziel ist klar definiert: Er möchte in den Prototypen-Sport. Sein Vorbild ist Laurents Hörr, der sich beharrlich in die Spitzenklassen der LMP-Serien hochgearbeitet hat und mittlerweile als Teil des Trajectory Programs von Genesis Magma Racing den Weg zu einem Hersteller gefunden hat. Diese Route hat auch Treusch für sich skizziert – inklusive Tests in LMP-Boliden in den kommenden Jahren.

„Endlich 14“ – Die Startfreigabe steht bevor
Die Vorfreude auf die Saison 2026 ist riesig, denn für Luca Treusch endet damit eine lange Zeit des Wartens und Vorbereitens. Seine Kartlaufbahn beendete er bereits 2023, um mit 12 Jahren erste Testfahrten im Tourenwagen zu absolvieren.

Daher kennt er den 150 PS starken, mit eFuel Racing 98 betriebenen VW up! GTI und das Team Tuma Motorsport bereits bestens. Das Gefühl, in Hockenheim in das berühmte Motodrom einzubiegen, bezeichnet er als „Emotion pur“. Selbst ohne Zuschauer bei Testfahrten.

Bei aller Leidenschaft für den Speed hat der Pilot von Tuma Motorsport den Boden unter den Füßen nicht verloren. Parallel zum Rennsport besucht er die 10. Klasse des Hanns-Seidel-Gymnasiums und steuert klar auf das Abitur zu.

Treusch denkt langfristig. Schon vor dem Beginn einer möglichen Profi-Karriere denkt er bereits an die Zeit danach. „Bildung und Motorsport gehören für mich zusammen. Im besten Fall entsteht daraus ein dualer Weg, bei dem ich mich im Studium weiterentwickle und gleichzeitig sportlich wachse. Mein Ziel ist es, später als leitender Ingenieur in einem großen Rennteam zu arbeiten und Entscheidungen zu treffen.“

Auch abseits der Strecke gibt es keinen Stillstand: „Ich bin ein sportlicher Typ: Skifahren, Handball und Bewegung gehören einfach zu mir. Ich liebe es zu reisen, besonders gerne bin ich mit meiner Familie beim Camping, weil das puristisch, entspannt und ein perfekter Ausgleich zum Motorsport ist“, sagt er über seine Hobbys.

Ein Glücksbringer für alle Fälle
Bei aller professioneller Einstellung und der Arbeit mit Partnern und Sponsoren, die er genauso zielstrebig angeht wie seine Rennen, ist eine Sache geblieben: Sein kleines Kuscheltier von damals ist bei jedem Einsatz dabei. Es erinnert ihn daran, dass bei aller Ernsthaftigkeit der Spaß und die Freude am Sport der eigentliche Antrieb sind.

Wenn im April die Startampel zur Saison 2026 zum ersten Mal auf Grün springt, wird Luca Treusch bereit sein. Er hat lange darauf hingearbeitet, endlich nicht mehr nur Testfahrer zu sein, sondern als jüngster Pilot im Feld um Punkte und Pokale zu kämpfen. Sein Motto für das Jahr ist dabei so simpel wie fordernd: „Born to Race – Train to Win – Sleep to Repeat.“