ESPORTS: VORENTSCHEIDUNG IM BADISCHEN MOTODROM?

Nach den packenden Windschattenschlachten auf dem Salzburgring reist der ADAC Tourenwagen Junior Cup Digital am Mittwoch, den 11. Februar, zum Hockenheimring Baden-Württemberg. Auf der geschichtsträchtigen Grand-Prix-Strecke biegen die Simracer in die entscheidende Phase der Saison ein – im Titelkampf ist ab sofort kein Platz mehr für Fehler.

Der Hockenheimring Baden-Württemberg markiert die fünfte Station im Kalender der Simracing-Serie des ADAC Nachwuchscup und stellt die Fahrer vor ganz neue Herausforderungen.

Während am Salzburgring vor allem die Saugkraft des Windschattens des Vordermanns zählte, kommt es im Motodrom von Hockenheim auf Präzision und das richtige Gefühl auf der Bremse an. Besonders die berühmte Spitzkehre nach der langen Parabolika gilt als Schlüsselstelle für Überholmanöver und sofortige Konter.

Strategie gegen Angriffslust: Die Rechenspiele an der Spitze
Die Ausgangslage im Titelkampf ist hochspannend, denn die Tabelle wird zunehmend von taktischen Überlegungen geprägt. Angelo Michel hat mit seinem jüngsten Triumph am Salzburgring bewiesen, dass sein Auftaktsieg kein Zufall war.

Obwohl er im ersten Rennen in Österreich erst zum zweiten Mal in dieser Saison den Sieg in seiner Klasse verpasste, machen ihn genau diese konstanten Klassenergebnisse zum Titelfavoriten.

Unter Berücksichtigung der Streichresultate reist Michel mit einem Polster von sieben Punkten auf Maurice Brinkmann (ADAC Westfalen) und 19 Punkten auf Leon Hasenkamp (Lübbecker Automobil Club e.V. im ADAC) an. Während Michels Weste fast lupenrein ist, mussten seine härtesten Widersacher in ihren jeweiligen Wertungen (Realfahrer bzw. Ortsclub-Piloten) bereits drei- bis viermal Federn lassen.

Die Konsequenz für Hockenheim: Michel ist theoretisch nicht zum Gesamtsieg verdammt. Sollte er in den verbleibenden sechs Rennen jeweils seine Klasse gewinnen, ist ihm der Titel nicht mehr zu nehmen – unabhängig von den Gesamtplatzierungen.

Doch die Ereignisse am Salzburgring waren eine Warnung: Taktisches Verwalten mit dem Rückfall ins vordere Mittelfeld erhöht die Gefahr, unverschuldet in Kollisionen verwickelt zu werden.

Brinkmann und Hasenkamp auf Siegeszug angewiesen
Für Maurice Brinkmann und Leon Hasenkamp ist die Marschroute klar: Angriff. Da Brinkmann Michel allein durch Bonuspunkte für sechs Pole-Positions bei sieben Punkten Rückstand nicht mehr einholen kann, ist er auf Schützenhilfe oder Fehler des Tabellenführers angewiesen.

Hasenkamp wird sich angesichts seines Rückstands von 19 Punkten primär auf weitere Einzelsiege konzentrieren – alles andere liegt nicht mehr in seiner Hand.

Hinter dem Führungstrio lauert ein hungriges Verfolgerfeld. Ben Gallert (ADAC Nordrhein) will seinen Aufwärtstrend nach dem ersten Podium der Saison bestätigen und könnte für Michel zur Gefahr werden, während Finn Grube (AMC Ingelheim Eagles eSports) und Dean Olbrich (MSC Oschersleben e.V.) weiterhin ihrem ersten Saisonsieg entgegenfiebern.

Für Jan Noller (Noller Racing) und Maxim Felix Dacher (ADAC Sachsen) geht es vor allem darum, ihre Pechsträhne zu beenden und den Siegeszug von Brinkmann bei den Realfahrern zu stoppen.

Technik und Taktik im Fokus
Die 4,574 Kilometer lange Strecke fordert Mensch und Maschine alles ab. Das Setup der 150 PS starken VW up! GTI muss perfekt auf das harte Räubern über die Randsteine abgestimmt sein.

Der Spagat zwischen hohem Topspeed auf den Geraden und Stabilität im engen Motodrom ist schon immer die größte technische Herausforderung auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg gewesen. Zudem lässt der lange Spurt Richtung Spitzkehre wieder dramatische Windschattenschlachten bis in die letzte Runde zu.

Wie gewohnt wird Jörg Hennig das Geschehen fachkundig kommentieren und die Zuschauer durch die beiden Sprintrennen führen. Der Livestream startet am Mittwochabend um 19:25 Uhr auf dem YouTube-Kanal von ADAC eSports.

Tabellenstand vor dem Hockenheimring Baden-Württemberg
1. Angelo Michel (Simracer) – 152 Punkte (22 Punkte durch Streichresultat garantiert)
2. Maurice Brinkmann (Realfahrer) – 145
3. Leon Hasenkamp (Ortsclubfahrer) – 133
4. Maxim Felix Dacher (Realfahrer) – 119
5. Finn Grube (Ortsclubfahrer) – 116
6. Ben Gallert (Simracer) – 115