BEN HENSCHEL: MIT OFFROAD-GENEN AUF DIE RUNDSTRECKE

Er ist erst 14 Jahre alt, doch seine Vitrine ist bereits prall gefüllt. Ben Henschel, in der Szene besser bekannt als „Racing Ben“, wechselt zur Saison 2026 in den ADAC Tourenwagen Junior Cup. Mit im Gepäck: jede Menge Ehrgeiz, eine Prise Humor und wertvolle Erfahrungen aus der spektakulären Welt des Cross Car Sports.

Schon mit fünf Jahren stand für Ben Henschel fest: Sein Platz ist hinter dem Lenkrad. Seit 2018 arbeitet der Kelkheimer konsequent an diesem Traum. Seine bisherige Bilanz ist beeindruckend: Dreimal in Folge sicherte er sich zwischen 2021 und 2023 den Titel als Jugend-Kart-Meister des ADAC Hessen-Thüringen.

Doch Ben ist kein reiner Asphalt-Spezialist. In den letzten zwei Jahren sorgte er im ADAC XC-Cup für Aufsehen, wo er die Junioren-Vizemeisterschaft (2024) und den dritten Gesamtrang (2025) einfuhr. Im Buggy-ähnlichen Cross Car sammelte er auf allen erdenklichen Untergründen Erfahrung.

Von Schotter zu Asphalt
Künftig werden die Untergründe etwas homogener sein, dafür warten im 150 PS starken VW up! GTI andere Herausforderungen. Und es ist keineswegs so, dass Asphalt ihm unbekannt wäre, denn parallel zu seinen XC-Aktivitäten war er auch weiter im Kartsport mit einem selbst aufgebauten Kart aktiv, musste hier aber oft den Kampf „David gegen Goliath“ gegen die finanziell wesentlich besser aufgestellten Profi-Teams aufnehmen. Hinzu kamen erste Gehversuche in einem BMW 318iS.

„Ich fahre einfach“, lautet sein minimalistisches Racing-Motto. Doch hinter dieser Lockerheit steckt ein präziser Plan. Der Pilot der Scuderia Wiesbaden nutzt den ADAC Tourenwagen Junior Cup als Sprungbrett für eine Karriere im GT-Sport. Sein Ziel für 2026 ist ambitioniert: Er will in die Top 5 der Gesamtwertung fahren.

Seine Erfahrungen aus dem ADAC XC Cup sollten ihm vor allem bei wechselnden Bedingungen helfen, das Gripniveau immer richtig einschätzen zu können. Natürlich wird er sich aber nicht allein auf das Wetter verlassen, um Erfolg zu haben.

Klarer Fünf-Jahres-Plan
Denn Ben Henschel überlässt wenig dem Zufall. Sein Blick ist bereits weit in die Zukunft gerichtet: Auf zwei Jahre im ADAC Tourenwagen Junior Cup soll der Aufstieg in die GT4-Szene folgen, mit dem Fernziel DTM oder einer Karriere als Werksfahrer. Sein Vorbild: kein geringerer als Ayrton Senna.

Auch abseits der Rennstrecke dreht sich beim Piloten von Georg Motorsport fast alles um Action. Ob im SimRacing, beim Ninja-Parcours oder auf dem Mountainbike – der Ehrgeiz ist sein ständiger Begleiter. Doch Hobby bleibt Hobby: „Ich habe mehr Fotos im Renn-Overall als in Alltagsklamotten“, gesteht er schmunzelnd.

Je schneller, desto besser
Außerdem sagt er scherzhaft über sich: „Ich fahre schneller als mein Handy-Akku leer ist.“ Das hat durchaus einen ernsthaften Hintergrund, denn für Henschel gilt: je schneller, desto besser.

So verwundert es nicht, dass sich der Nachwuchspilot auf den Salzburgring freut. Die schnellste Strecke, auf der der ADAC Tourenwagen Junior Cup jemals gefahren ist, ist sein Favorit im Kalender 2026. Hier will er beweisen, dass er den Speed aus dem Gelände eins zu eins auf die Rundstrecke übertragen kann.