Eines der packendsten Rennen der Seriengeschichte markierte ein dickes Ausrufezeichen unter dem Auftaktwochenende des ADAC Tourenwagen Junior Cup auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg. Spektakuläre Überholmanöver, eine Aufholjagd der Extraklasse und eine Entscheidung, die erst in der allerletzten Kurve fiel. Am Ende feierte Alex Mohr (TOPCAR sport) den Doppelsieg.
Nach seinem Sieg am Samstag legte Alex Mohr am Sonntag nach, doch der Weg zum „Double“ war ein hartes Stück Arbeit. Von Startplatz vier ins Rennen gegangen, nachdem das Qualifying auf nasser Strecke die Startaufstellung ordentlich durchgemischt hatte, schob sich der von Porsche-Legende Timo Bernhard geförderte Hesse schnell auf die zweite Position hinter Polesetter Finn Niklas Wollnik (Georg Motorsport).
Nachdem beide sich zunächst leicht abgesetzt hatten, da sich dahinter Bruno Görtz (Geparda Racing) und Linus Parbel (KONRAD-Motorsport) in intensive Zweikämpfe verstrickten, sorgte eine Safety-Car-Phase in der dritten Runde für einen Neustart des Rennens. Emely Abt (H&R Das Juniorteam! - PT Sports by Up2race), Mika Delkus (KONRAD-Motorsport) und Luca Treusch (Tuma Motorsport) mussten ihre Fahrzeuge vorzeitig abstellen, was das Feld wieder eng zusammenführte.
Nach dem Restart entwickelte sich an der Spitze ein Dreikampf. Mohr übernahm mit einem sehenswerten Manöver in der Sachs-Kurve die Führung von Wollnik. Doch die Entscheidung war damit noch lange nicht gefallen, weil auch Parbel das Tempo mitging.
Kollision ganz am Ende
Moritz Groneck (H&R Das Juniorteam! by PT Sport) legte auf der Strecke ein sensationelles Spektakel hin. Nach einer Kollision beim Start bis auf den elften Rang zurückgefallen, pflügte der Vorjahres-Doppelsieger durch das Feld und schloss kurz vor Ende der Renndistanz zur Führungsgruppe auf. Damit kämpfte in der letzten Runde ein Viererpaket bestehend aus Mohr, Wollnik, Parbel und Groneck um den Sieg im Motodrom.
Die Ereignisse überschlugen sich in den letzten Kurven: Linus Parbel lag kurzzeitig in Führung, geriet jedoch in der Sachs-Kurve ins Gras. Beim Versuch, wieder aufs Podium zu kommen, kollidierte er auf schmutzigen Reifen in der vorletzten Kurve mit dem unglücklichen Finn Niklas Wollnik. Während Mohr und Groneck als Erst- und Zweitplatzierte über die Linie gingen, erhielt Parbel für das Manöver eine nachträgliche Zehn-Sekunden-Strafe, die ihn auf Rang elf zurückwarf.
Auch Groneck konnte sich über die gelungene Aufholjagd nicht lange freuen, weil er für die Kollision in der Startrunde verantwortlich gemacht wurde, die unter anderem auch Mattis Bachnik (drive.solutions) zahlreiche Plätze kostete. Zehn Strafsekunden warfen ihn auf den zehnten Rang zurück.
Nutznießer all dieser Situationen wäre Bruno Görtz gewesen, der den zweiten Platz erbte und somit sein erstes Podium im ADAC Tourenwagen Junior Cup gefeiert hätte. Weil aber die vorgeschriebene Incident Camera in seinem VW up! GTI nicht verbaut war, wurde er disqualifiziert.
Klasen macht elf Plätze gut
So kam Matti Klasen (KONRAD-Motorsport) als neuer Zweiter unverhofft zu seinem zweiten Podium. Wie Groneck zeigte auch der 17-jährige Polcher eine sehenswerte Aufholjagd. Er kämpfte sich von Startplatz 13 nach vorne und bezwang Lennard Zerbe (Tuma Motorsport) in einem hauchdünnen Finish um 0,184 Sekunden. Zerbe wiederum machte sich mit seinem ersten Podiumsplatz ein vorzeitiges Geschenk zum 18. Geburtstag, den er in zwei Wochen begehen wird.
Noah Beckmann (Georg Motorsport), Lynn Neuhaus (TOPCAR sport), Robin Böhm (Georg Motorsport) und Ben Henschel (Georg Motorsport) belegten in einem engen Paket die Plätze vier bis sieben. Wollnik wurde auf Rang acht gewertet und rettete damit vier Meisterschaftspunkte, gefolgt von David Gausmann (Georg Motorsport) und Groneck.
Nach diesem fulminanten Saisonauftakt bleibt Zeit zur Aufarbeitung, bevor am 27. und 28. Juni auf dem Nürburgring die nächsten Läufe anstehen. Das Rennwochenende in der Eifel bildet den Auftakt zu einem heißen Rennsommer mit drei Veranstaltungen innerhalb von vier Wochen.

